Autoversicherung Schweiz

Teilkasko in der Schweiz: Leistungen, Ausschlüsse und sinnvolle Zusatzbausteine

Die Teilkasko ist der wichtigste freiwillige Baustein der Schweizer Autoversicherung. Sie schliesst die Lücke, die die Haftpflicht offenlässt: alle Schäden am eigenen Fahrzeug, für die weder Sie noch ein identifizierbarer Dritter aufkommt. Die genaue Leistungspalette und die Ausschlüsse variieren zwischen den Versicherern – ein Vergleich lohnt sich.

Kurz gesagt

Die Teilkasko ist eine freiwillige Zusatzversicherung zur obligatorischen Haftpflicht. Sie übernimmt Schäden am eigenen Fahrzeug, die ohne Ihr Verschulden entstehen – typischerweise Diebstahl, Elementarereignisse (Hagel, Sturm, Hochwasser), Glasbruch, Marderschäden, Tierkollisionen, Brand und Explosion. Für Fahrzeuge mit einem Zeitwert über rund CHF 5’000 ist sie fast immer wirtschaftlich sinnvoll. Der Aufpreis zur Haftpflicht liegt typischerweise bei CHF 200 bis 500 pro Jahr.

Geprüft durch das Beratungsteam von goInsure AG · Stand 13. April 2026

Was deckt die Teilkasko ab?

Die klassische Teilkasko umfasst sechs Schadenarten, die in fast jeder Schweizer Police gleich aufgebaut sind:

  • Diebstahl und Raub des Fahrzeugs oder fest montierter Teile.
  • Elementarereignisse: Hagel, Sturm ab einer definierten Windstärke, Hochwasser, Überschwemmung, Erdrutsch, Schneedruck, Lawine.
  • Glasbruch an Windschutzscheibe, Seiten-, Heck- und in vielen Policen auch Dachscheiben – meist inklusive Scheinwerferglas.
  • Tierkollisionen mit Wild- oder Haustieren sowie direkte Marderschäden (zusätzlich oft auch Folgeschäden durch Marderbiss).
  • Brand, Explosion und Kurzschluss der Elektrik.
  • Schäden durch umfallende Bäume, herabstürzende Gegenstände und unterschiedliche Naturereignisse.

Was deckt die Teilkasko nicht?

Nicht gedeckt sind alle selbstverschuldeten Kollisionen – dafür brauchen Sie die Vollkasko. Ausgeschlossen sind ausserdem:

  • Schäden unter Alkohol- oder Drogeneinfluss.
  • Vandalismus durch unbekannte Dritte (Ausnahmen je nach Police möglich – siehe Zusatzbausteine).
  • Parkschaden durch unbekannten Täter ohne entsprechenden Zusatzbaustein.
  • Schäden durch Abnutzung, Verschleiss oder mechanischen Defekt.
  • Folgeschäden durch falsches Tanken (Diesel in Benziner, umgekehrt).

Sinnvolle Zusatzbausteine zur Teilkasko

Die Teilkasko in Standard-Form deckt nicht alles ab, was man intuitiv darunter vermutet. Vier Bausteine sind bei vielen Policen gegen Aufpreis buchbar und lohnen sich je nach Situation:

  • Parkschaden-Zusatz: deckt Schäden durch unbekannte Dritte auf dem Parkplatz. Kostet meist CHF 60 bis 120 pro Jahr.
  • Marderbiss inkl. Folgeschäden: oft im Standard nur Direktschaden am gebissenen Teil. Folgeschäden (z.B. Kabelbrand) kosten teils vierstellige Beträge.
  • Grobfahrlässigkeits-Verzicht: auch für Kaskoschäden sinnvoll, falls im Standard nicht eingeschlossen.
  • Gepäck- und Transportversicherung: Entschädigung für im Fahrzeug entwendete persönliche Gegenstände oder Berufsgüter.

Selbstbehalt und Prämienoptimierung

In der Schweiz liegt der Selbstbehalt in der Teilkasko standardmässig bei CHF 200 bis 500. Bei Glasbruch ist der Selbstbehalt oft reduziert, wenn die Reparatur (statt Neuteil) gewählt wird – manche Versicherer verzichten bei Reparatur sogar ganz darauf.

Ein höherer Selbstbehalt senkt die Prämie spürbar. Faustregel: Ein Wechsel von CHF 200 auf CHF 500 Selbstbehalt reduziert die Teilkasko-Prämie meist um 5 bis 15 Prozent. Ob sich das lohnt, hängt von Ihrem finanziellen Puffer und der erwarteten Schadenhäufigkeit ab.

Wann lohnt sich die Teilkasko?

Die Teilkasko lohnt sich praktisch immer, solange der Zeitwert des Fahrzeugs deutlich über einem sinnvollen "Totalverlust-Risiko-Puffer" liegt. Konkret: Für Fahrzeuge mit einem Zeitwert ab rund CHF 5’000 ist sie fast immer wirtschaftlich.

Erst bei älteren Fahrzeugen mit geringem Restwert (unter CHF 3’000) kann es sinnvoll sein, auf die Teilkasko zu verzichten und das Restrisiko selbst zu tragen. Bei Leasingfahrzeugen wird die Teilkasko oft vorausgesetzt oder ist Teil der verpflichtenden Vollkasko.

Häufige Fragen

Deckt die Teilkasko Steinschlag?
Ja, Steinschlag und Glasbruch an Windschutz-, Seiten-, Heck- und meist auch Dachscheibe sind in praktisch allen Schweizer Teilkaskopolicen Standard. Viele Versicherer bieten bei Reparatur (statt Austausch) einen reduzierten oder gar keinen Selbstbehalt.
Was zählt als Elementarschaden?
Als Elementarereignis gelten in der Schweizer Teilkasko vor allem Hagel, Sturm (ab definierter Windstärke), Hochwasser, Überschwemmung, Erdrutsch, Schneedruck, Lawinen und Muren. Folgeschäden durch Feuer infolge eines Blitzeinschlags sind meist ebenfalls gedeckt.
Wird ein Wildschaden immer ersetzt?
In der Regel ja, wenn das Tier als "Wild" gemäss Jagdgesetz gilt (Reh, Wildschwein, Hirsch, Fuchs etc.). Einige Versicherer decken zusätzlich Kollisionen mit allen Tieren (auch Haustiere oder Nutztiere), das ist aber nicht immer Standard – prüfen Sie die Bedingungen.
Ist ein Parkschaden ohne Gegner durch die Teilkasko gedeckt?
Nur mit Parkschaden-Zusatzbaustein. Im Standard deckt die Teilkasko keine Kollisionsschäden durch unbekannte Dritte auf dem Parkplatz. Der Zusatzbaustein kostet meist CHF 60 bis 120 pro Jahr und lohnt sich in dicht besiedelten Gebieten.
Zahlt die Versicherung bei gestohlenen Navigationsgeräten und Gepäck?
Festeingebautes Autoradio oder Navigationssystem sind Teil des Fahrzeugs und in der Teilkasko gedeckt. Für nicht fest installierte Geräte und persönliches Gepäck braucht es einen separaten Gepäck- oder Hausratsbaustein.
Was passiert bei Marderbiss?
Direkte Marderschäden (angeknabberte Kabel, Schläuche) sind in der Schweiz meist Standard in der Teilkasko. Folgeschäden – etwa ein Motorschaden nach Marderbiss an Zündkabeln – werden nur mit entsprechendem Baustein "Marderbiss inkl. Folgeschäden" abgedeckt.

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