Digital
Cyberrisiken für KMU: Die 7-Punkte-Checkliste
Konkrete Schritte, mit denen kleine und mittlere Unternehmen ihre digitale Angriffsfläche reduzieren.
Cybervorfälle treffen KMU häufig unvorbereitet. Die gute Nachricht: Viele Risiken lassen sich mit wenigen strukturierten Massnahmen deutlich reduzieren. Diese 7-Punkte-Checkliste priorisiert die wichtigsten Themen – unabhängig davon, ob Sie eine Cyberversicherung besitzen oder nicht.
1. Zugänge absichern (MFA überall)
Mehrfaktor-Authentifizierung ist der effektivste Schutz gegen Kontoübernahmen. Besonders E-Mail, Admin-Zugänge und Cloud-Dienste sollten zwingend MFA nutzen.
Setzen Sie klare Passwortregeln und deaktivieren Sie veraltete Accounts regelmässig.
- MFA für E-Mail, Admin, Cloud-Tools
- Passwortmanager einführen
- Inaktive Accounts monatlich prüfen
2. Backups mit Wiederherstellungs-Test
Backups helfen nur, wenn sie im Ernstfall funktionieren. Testen Sie Wiederherstellungen mindestens quartalsweise.
Idealerweise nutzen Sie ein 3-2-1-Backup: drei Kopien, zwei Medien, eine Kopie offline.
- 3-2-1-Strategie umsetzen
- Test-Recovery dokumentieren
- Backup-Admin klar zuweisen
3. Patch- und Update-Disziplin
Bekannte Schwachstellen sind das Einfallstor Nummer eins. Wer regelmässig aktualisiert, senkt das Risiko deutlich.
Priorisieren Sie Systeme mit externem Zugriff und geschäftskritischen Daten.
- Automatische Updates aktivieren
- Kritische Systeme wöchentlich prüfen
- Altsoftware ersetzen oder isolieren
4. Phishing-Resilienz trainieren
Social Engineering bleibt das effektivste Angriffsmittel. Regelmässige Sensibilisierung wirkt stärker als einmalige Schulungen.
Phishing-Simulationen helfen, blinde Flecken zu erkennen.
- Quartalsweise Schulungen
- Phishing-Tests mit Auswertung
- Klare Meldewege definieren
5. Incident-Plan in 1 Seite
Im Ernstfall zählt Geschwindigkeit. Ein kurzer, klarer Notfallplan hilft, Entscheidungen nicht im Chaos zu treffen.
Definieren Sie Zuständigkeiten, externe Kontakte und Eskalationsstufen.
- Notfallplan im Intranet oder als Aushang
- Externe Kontakte (IT, Versicherung, Anwalt)
- Rollen und Verantwortlichkeiten fixieren
6. Dienstleister & Cloud prüfen
KMU nutzen oft externe Anbieter. Prüfen Sie deren Sicherheitsstandards und Vertragsklauseln, besonders bei sensiblen Daten.
Im Schadenfall muss klar sein, wer wofür haftet.
- SLAs und Datenschutzklauseln prüfen
- Standort der Daten kennen
- Zugriffsrechte der Anbieter minimieren
7. Cyberversicherung sinnvoll integrieren
Eine Cyberversicherung ersetzt kein Security-Konzept, deckt aber Kosten wie Forensik, Betriebsunterbruch oder Krisenkommunikation.
Vergleichen Sie die Bedingungen genau – besonders bei Selbstbehalten und Ausschlüssen.
- Deckung für Betriebsunterbruch prüfen
- Sublimiten und Wartezeiten verstehen
- Incident-Response-Dienstleistungen inklusive?
Kurz-Check (7 Punkte)
Fazit
KMU müssen nicht alles perfektionieren – aber sie sollten strukturiert vorgehen. Diese sieben Punkte reduzieren Risiken massiv und schaffen Klarheit für den Ernstfall.